Seegurken sind die Trüffel des Meeres
Donnerstag, den 27. Mai 2010 um 17:17 Uhr
Hätte sie einen Ruf, könnte man sagen, dass sie besser sei als eben dieser, doch die Seegurken sind nahezu unbekannt in unseren Gefilden. Hier soll es nun gesungen werden, das Loblied auf die Seegurken.
Nein, sie sehen frisch nicht appetitlich aus, sie riechen auch nicht aromatisch wie Basilikum. Daher kauft man sie in getrocknetem Zustand. Das Kilo für ca. 900,-€.
Die Seegurken werden dann 2-3 Tage eingeweicht, anschließend oft in Milch aufgekocht. Die günstigere, größere Variante muss noch gehäutet werden. Sie ähneln nun dem Fleisch von Krustentieren und schmecken eher mild.
Ihre Verwendung ist vielseitig: gemahlen, frittiert, als Ragout, geräuchert und gesalzen, beliebt ist sie auch in der Suppe.
Chinesen besingen die Gesundheitsaspekte der Seegurken: Arthritis, Gelenkschmerzen und Bronchitis. »Ginseng des Meeres« ist die wörtliche Übersetzung für Seegurken.
Auch die Japaner haben Seegurken in vielen Liedern und Texten verewigt. Keine Neujahrsfeier findet ohne Seegurken im Menü statt.
Indonesien, die Philippinen und Singapur exportieren die meisten Seegurken. Mit etwas Glück findet man Seegurken zwischen den Felsen, doch sie leben auch in Tiefen bis 1000m. Sie werden gepflückt, wie Früchte. Ein erfahrener Taucher kann so bis zu 2000,-€ am Tag mit seinem Fang verdienen.
Um das Wasser, bis zu 2 Litern, aus ihnen heraus zu bekommen, werden sie nach dem ersten Kochen aufgeschlitzt. Nur mit ihren Tentakeln nehmen sie Sediment und Ablagerungen vom Boden auf, sie haben weder Mund noch Gehirn. Es gibt über 1000 verschiedene Seegurkenarten, die größten Exemplare waren über 1,5 m groß, manche werden bis zu 5 Jahre alt.
Das Militär entdeckte die Besonderheit der Seegurken sich zur Fortpflanzung aufzustellen und zu versteifen und interessierte sich dafür. Forschungen für Flugzeuge und auch mit dem Kollagen der Seegurken laufen, es gibt auch schon Patentanmeldungen.
Seegurken, die günstigen, dienen schon seit einiger Zeit als Fischfutter für Lachs. Auch Pillen zur Kräftigung des Organismus werden bereits verkauft. In England wird die Wirkung auf Tumore untersucht, man vermutet dort eine Rückbildung.
Einige mutige Köche trauen sich nun nach Experimenten in Barcelona auch an die Seegurke heran.
Der Siegeszug der Seegurke in Deutschland lässt noch auf sich warten, vielleicht helfen ein paar wohlhabende Chinesen, die ihre Schätze auch hier erwarten.
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